Neverwinter Nights Enhanced Edition von GoG will nicht (direkt) starten

Ich hatte mir vor ein paar Tagen die Neverwinter Nights Enhanced Edition bei GoG gekauft, als so ziemlich alle D&D-Spiele im Angebot waren und weil ich einen guten D&D-Simulator haben wollte ;-).
Nun wollte ich das Spiel heute das erste Mal unter Linux Mint 19 starten, und musste leider feststellen, dass es hier noch einige Probleme gibt.
Wenn man das Spiel über den Desktop-Shortcut, welcher durch das Installationsscript erstellt wird, startet, dann startete das Spiel zunächst gar nicht. Um hier etwas mehr Informationen über die dahinter liegenden Probleme zu erhalten, kann man das Spiel über die command line starten:

~$ <installationsverzeichnis>/start.sh 

oder

~$ <installationsverzeichnis>/game/bin/linux/nwmain-linux

Zunächst wurde ich damit konfrontiert, dass anscheinend noch libs fehlen, da es sich hier um 32bit Spiel handelt. Es werden hierbei z.B. Fehler, wie folgender geworfen:

ALSA lib conf.c:3523:(snd_config_hooks_call) Cannot open shared library libasound_module_conf_pulse.so

Dies lässt sich aber schnell durch Nachinstallation der fehlenden libs beheben:

sudo apt install libopenal1:i386
sudo apt install libasound2-plugins:i386

Nach der Installation der fehlenden Bibliotheken waren zwar die Fehlermeldungen, die beim Starten über die command line geworfen wurden, verschwunden, aber ich erhielt nun einen schwarzen Bildschirm, den ich nur nach vielfachem “Raus-Tab-Versuch” verlassen durfte ;-). Was war hier nun das Problem? Nach längerer Recherche habe ich herausgefunden, dass die Linux-Version anscheinend ein Problem mit dem Full-Screen-Modus hat. Die Lösung ist relativ simpel, und wenn man es weiß auch logisch, man muss einfach den Full-Screen-Modus, der standardmäßig initial gestartet wird, deaktivieren. Dies geht ganz einfach, indem man die nwn.ini-Datei entsprechend editiert. Die findet sich in der Regel unter:

~/.local/share/Neverwinter\ Nights/nwn.ini

Hier müssen die folgenden Zeilen entsprechend angepasst werden (sofern man ein Vollbild-Erlebnis haben möchte):

FullScreen=0
FullScreenDesktopMode=1
Borderless=1

Speichert man diese Änderungen, dann startet das Spiel, wie es soll. Unter z.B. XFCE kann es sein, dass bei dieser Konfiguration die Taskleiste einen Teil des Bildes verdeckt. Das ist störend und vielleicht sogar behindernd, da hier Menüflächen des Spiels überdeckt werden. Hier kann man dann aber ganz einfach per Rechts-Klick auf die Taskschaltfläche des Spiels klicken und die Option “Immer im Vordergrund” wählen. Und TADA, wir haben ein wunderbar laufendes Spiel im Vollbild. Viel Spaß!

Hinweis:
Wie immer übernehme ich keine Verantwort oder Garantie für Veränderungen, die ihr motiviert durch diese kurze Lösungsanleitung an eurem System durchführt. Sobald man mit root-Rechten agiert, ist immer Vorsicht geboten!

Brogue 1.7.5 und die fehlenden libs

Brogue ist ein wirklich hervorragendes Roguelike, jedoch kommt es bei der aktuellen Version 1.7.5 häufig zu folgenden Fehlern beim Versuch das Spiel zu starten:

$ ./brogue
./brogue: error while loading shared libraries: libncurses.so.6: cannot open shared object file: No such file or directory
./brogue: error while loading shared libraries: libtinfo.so.6: cannot open shared object file: No such file or directory

Hier versucht Brogue libraries zu verwenden, die so nicht auf dem System vorhanden sind. Sucht man dann nach der fehlenden lib:

$ find / -iname "*ncurses*"
[...]
/lib/x86_64-linux-gnu/libncurses.so.5.9

findet man meist die lib in einer anderen Version.
Da Brogue nicht zwingend die lib in der Version 6 benötigt, gibt es eine einfache und schnelle Lösung zu diesem Problem. Man erstellt einfach einen symbolic link auf die vorhandene lib:

$ sudo ln -s /lib/x86_64-linux-gnu/libncurses.so.5.9 /lib/x86_64-linux-gnu/libncurses.so.6
$ sudo ln -s /lib/x86_64-linux-gnu/libtinfo.so.5.9 /lib/x86_64-linux-gnu/libtinfo.so.6

Startet man nun Brogue:

$ ./brogue

Startet das Spiel und man kann in die Tiefen der Dungeons of Doom hinabsteigen, um das Amulet von Yendor zu suchen.

Hinweis:
Da bei der Erstellung der symbolic links mit sudo, also mit root-Rechten hantiert wird, ist natürlich Vorsicht geboten. Man kann hier leicht etwas kaputt machen. Gerade bei der Reihenfolge der Parameter von ln kann man schnell durcheinanderkommen. Ich übernehme keine Garantie und Verantwortung dafür, dass die hier vorgeschlagene Lösung Schäden verursacht oder ungewünschte Nebeneffekte mitsich bringt.